SeminareFoto:  Andy Pickford, Derby, GB

Reiten in der freien Natur bedingt eine ganze Reihe von Fähigkeiten, besonders wenn man als Scout alleine ausreiten oder sogar eine Gruppe führen will.

Wir bieten deshalb eine Reihe von Seminarveranstaltungen an, die diese Kenntnisse vermitteln und zur Scout-Qualifikation hinführen sollen. Darüber hinaus wollen wir Techniken vermitteln, die unsere Fähigkeiten allgemein verbessern, was letztendlich auch der Reiterei mit ihnen vielseitigen Ansprüchen zugute kommt.

 

 

 

Kartenlesen und Orientierung im Gelände, 2 TageFoto:  Elke Schwabowski, Senden

Keine Geheimwissenschaft oder Kunst, sondern eine Sache der Erklärung und des Trainings. An einem Wochenende können die Grundzüge gut verstanden werden, Übung macht dann den Meister. Bei uns lernt Ihr nicht nur theoretisch, sondern auf dem Pferd mit der Karte in der Hand. Auch die Arbeit mit Kompaß und GPS wird behandelt. 

Ein Wochenende von Samstag 10 Uhr bis Sonntag Abend. Am Samstag wird die Theorie erarbeitet und die grundlegende Technik auf dem Pferd gelernt, am Sonntag werden die Teilnehmer gemeinsam eine Tour auf der Karte planen und dann auch in eigener Regie im Gelände umsetzen

Die Teilnehmer können in Kerperscheid übernachten, müssen dies aber nicht. Die Verpflegung kann gemeinsam organisiert werden. Abends stehen Haus und Hof zum gemeinsamen Mahl zur Verfügung.

Jeder Teilnehmer erhält Kartenmaterial und hat ein Pferd zur Verfügung. Ein Kompaß ist, wenn vorhanden, mitzubringen.

Termine:  nach Absprache    

Teilnehmer: 4 bis 10 Personen, mit Reiter-Qualifikation

Preis: 140 Euro (ohne Übernachtung und Essen)

Wir wurden gefragt, ob wir diesen Orientierungskurs auch für Fußgänger = Wanderer durchführen. Warum nicht? Bei Interesse gerne. Allerdings muß ich die Planung hierfür Eurer Eigeninitiative überlassen. Auch über die Kosten müssen wir reden. Meldet Euch bei Interesse.

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Foto: Ralph Conway, Wiesbaden   

Hufpflege und Beschlagsreparatur, 1 Tag

Jeder, der eigenverantwortlich in der Landschaft reitet, sollte meiner Meinung nach über grundlegende Kenntnisse in diesem Bereich verfügen.

Ist die Hufstellung noch richtig und der Beschlag noch nicht zu alt? Muß das Eisen oder der Kunststoffbeschlag wieder richtig festgemacht oder müssen Nägel ersetzt  werden? Wie richte ich ein verbogenes Eisen? Wie nagele ich ein abgeflogenes (und zum Glück wiedergefundenes) Eisen wieder drauf? Welches Werkzeug nehme ich mit auf einen Ausritt oder eine längere Tour.

Theorie und Praxis und viel Übung - reichlich Stoff für einen Tag : ab 10 Uhr bis "Ende offen"

Verpflegung sollte mitgebracht oder von den Teilnehmern organisiert werden. Vielleicht hat der eine oder andere auch Lust, über Nacht zu bleiben und am nächsten Tag die Hufeisen auf einem Ausritt zu testen.

Termine: nach Absprache

Teilnehmer: 4 bis 10 Personen

Preis: 80 Euro

zur Auswahl

 

Gruppenveranstaltung: Heranführung an das Pferd und das Reiten im Gelände, 1 oder 2 Tage

Dieses Seminar ist gedacht für Gruppen, die sich vorher schon kennen und die gemeinsam eine ungewöhnliche Zeit zusammen in der Natur verbringen wollen. Dabei ist es freigestellt, wie sehr der reiterliche Aspekt im Vordergrund steht. Möglich ist es zum Beispiel auch, nur ein oder zwei Tage in Gemeinschaft mit den Pferden auf der Weide zu leben, ohne gezielt Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Auch eine Kombination mit dem Bogenschießen mit und ohne Pferd ist machbar.

Aber sehen wir uns einen möglichen eintägigen Verlauf für eine Gruppe an, die einen ersten Eindruck von der Reiterei erhalten möchte:Foto:  Mahnaz Nikbakht, Luxemburg, LUX

Der Begrüßungskaffee geht zwanglos in eine theoretische Einführung über, bei der sowohl grundlegende Pferdekenntnisse als auch Reittechnisches vermittelt werden. Danach werden Übungen auf unseren Holzpferden durchgeführt. "Hektor", ein ziemlich bockiger  Gesellen, vermittelt Eindruck vom nötigen Gleichgewicht.  Die schöne "Helena" hingegen ist die Sanftmut in Person, wenn Ungeübte sie satteln und besteigen wollen. Dann fahren wir auf die Weide zu den Pferden und üben dort den Umgang mit ihnen: Fangen, Führen, Putzen, Satteln und so weiter. Wir bilden Zweiergruppen unter den Teilnehmern, die jeweils ein Pferd zur Übung erhalten. Diese beiden Personen achten immer aufeinander ("Buddies"). Bei dem folgenden ersten Ausritt (gleich im Gelände) führt der eine das Pferd, während sein Kumpel im Sattel sitzt. Nach 20 Minuten wird getauscht. So wechseln sich ungewohnte Muskelanspannung beim Reiten und Entspannung beim Wandern in positiver Weise ab. Zum Schluß dieser Übungsphase (ca. 2 Stunden) ist meist schon ein kleiner Trab drin, der Führende kommt hierbei mehr ans Schwitzen als der Reiter.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich unter diesen Bedingungen ein Gefühl für den Pferderücken einstellt. Gegenüber dem Kreisen an der Longe auf dem Reitplatz sind die Fortschritte groß. Wenn danach noch Lust, Luft und Zeit vorhanden sind, bieten wir den Teilnehmern noch einen 20minütigen Ausflug auf einem von einem der Scouts geführten Handpferd an. Dann kann etwas länger getrabt und vielleicht auch galoppiert werden - je nach Mut und Geschicklichkeit der Teilnehmer. Anschließend haben wir noch einen kleinen Imbiss oder gemeinsames Grillen vorbereitet, wobei die Eindrücke noch einmal diskutiert werden können.

Dieses Seminar kann auch auf zwei Tage ausgedehnt werden, zum Beispiel an einem Wochenende. Übernachtet wird dann in einem großen Zelt, das gemeinsam aufgebaut wird. Im Zelt kann Feuer gemacht und gekocht oder gegrillt werden. Alle Utensilien dazu stellen wir bereit, aber die Gruppe soll bei der Essensbereitung mitwirken. Schlafsack und Liegematte oder ähnliches sollten mitgebracht werden.

Zwei von unseren Scouts übernehmen die Betreuung der Gruppe. Einer bleibt davon auch über Nacht. Zusätzliche Programme, vielleicht auch Gastdozenten, können integriert werden. Eine Pferdeherde (Traber oder Isländer) steht die ganze Zeit mit auf der Weide.

Teilnehmer: feste Gruppen ab 6 bis 12 Personen

Termine: nach Absprache

Preis: eintägig: 90 Euro, mehrtägig mit Übernachtung, abendlichem Grillen und Frühstück, aber ohne spezielle Getränke: 200 Euro pro Person

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"Dein Seil, das unbekannte Wesen" - Knotentricks für Reiter und andere Naturburschen (und natürlich auch deren weibliche Pendants)erstellt von Karl Lindemann

Mein Vater war in seiner Jugend Seemann und später Binnenschiffer und ich verbrachte die ersten fünf Jahre meines Lebens am Bord von Dampfern und Schleppkähnen. Stricke, Seile und dicke Trossen waren lebenswichtiges Requisit dieser Zeit und mein erstes Spielzeug. Mein Vater war mir ein unermüdlicher Lehrer in der Kunst der Anwendung und des Verbindens dieser vielleicht ältesten Werkzeuge der Menschheit. "Schnallen reißen ab - Knoten halten immer!" und "Ein guter Knoten ist schnell zu machen und ist ebenso schnell zu öffnen!" waren zwei seiner Weisheiten.

erstellt von Karl LindemannJahrzehnte später sah ich zufällig eine Dokumentation im Fernsehen über eine Expedition durch die Wüste Gobi. Ein tuvinische Nomade zurrte das Gepäck auf den Pferden der Karawane fest. Die Kamera konzentrierte sich auf seine wettergegerbten Hände, wie sie einen Palstek knoteten. Dann zog er das andere Ende des Stricks über den Packsack, führte es durch die Schlinge des Palsteks zurück, spannte das Zurrseil mit diesem einfachen Flaschenzug und legte das Ende des Seiles mit zwei halben Schlägen, der erste davon geslippt, fest.

Ich zuckte zusammen: Palsteck, zwei halbe Schläge, der erste davon geslippt - Seemannsknoten, mehrere tausend Kilometer entfernt von irgendeiner Küste. Genau diese Knoten hatte mich mein Vater gelehrt, noch bevor ich zur Schule ging. Und mit dieser Technik des einfachen umgelenkten Spannseiles zurrte ich meinen Rucksack auf den Fahrradgepäckträger, wenn es mich als Schüler mal wieder in die Ferne trieb.

Allerdings mußte ich feststellen, daß ich in der heutigen Zeit mit meiner Begeisterung für Seile und Knoten so eine Art "last Unicorn" bin. Lediglich mit den Vertretern von zwei Interessensgruppen kann ich mich über dieses Thema unterhalten: mit Bergsteigern und - natürlich - Seglern.

Aber während Seemanns- und Bergsteigerknoten als Begriffe ehrfurchtsvoll gebraucht werden, redet niemand von "Reiter"knoten. Dabei ist das Seil ein wichtiges Requisit beim Reitsport, vielleicht sogar das wichtigste.  Zumindest wenn wir die Abkömmlinge des Seiles, Gurtband und Lederriemen, mit hinzunehmen.erstellt von Karl Lindemann

Da kaum ein nichtsegelnder und nichtkletternder Normalbürger die Kunst des Knotens noch versteht, hat die Industrie die unglaublichsten Gerätschaften konzipiert, die diesen Mangel beim Reiter ausgleichen sollen: Klemmschnallen und Panikhaken, Ratschenzüge und Zügelsnaps, usw. usw. Und wenn diese niedliche Accessoires aus Plastik, Stahl oder Zinkdruckguß nach längerem Gebrauch unter "Feldbedingungen" ihren Geist aufgeben und nicht mehr klemmen, ratschen oder snappen,  ist guter Rat teuer. Fred Feuerstein hätte sich noch helfen können.

Ich möchte Euch in diesem Seminar einen Einblick in eine Kunst geben, die ebenso alt ist wie die werkzeuggebrauchende Spezies Mensch. Knoten sind nicht nur wichtig/funktionell/lebensbewahrend, sondern sie sind auch schön. In diesem ergänzenden Aufeinandertreffen von Funktion und Ästhetik, von räumlicher Geometrie, mechanischem Kräftespiel und meditativen Formen steckt ein großes Geheimnis - vielleicht das Geheimnis des Lebens selbst oder zumindest ein Teil davon.

Praktische Anwendung zeige ich Euch zuhauf: die richtig gemachte Schleife am Schuh, den Weberknoten, den oben erwähnte Palstek, einen einfacher Flaschenzug ohne Flaschen, Reibungsdämfer, wirkliche Sicherheitsknoten, die blitzartig aufgehen und einem nicht die Finger abklemmen, das Knotenhalfter und den "gestrickten" Massagepad für den vierbeinigen Freund, Bergen und Sichern mit der Prusikschlinge, Herstellen einer Bogensehne und was uns sonst noch einfällt.

Da alles Lernen mit Wiederholen einher geht, setze ich zwei Tage für den Kurs an. Außerdem erhält jeder Kursteilnehmer ein kostenlosen Knoten-Coaching in der Folgezeit. 

Kursmaterial wird gestellt, Übernachten könnt Ihr hier, müßt es aber nicht (nicht im Preis inbegriffen), Essen und Trinken besorgen wir gemeinsam (Umlage).

Teilnehmer: 4 bis 10 Personen

Kosten: 140 Euro inkl. Kursmaterial, ohne Übernachtung und Essen

Termin: nach Absprache

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Pflanzenexkursionen - zu Fuß oder auch zu PferdAtropa belladonna, Foto:Karl Lindemann

Die Eifel vereinigt auf engem Raum sehr unterschiedliche geologische Untergründe und beherbergt demzufolge auch eine erstaunliche Vielfalt von Pflanzenarten und -gesellschaften. Schon vom Pferd aus fällt das auf, erst recht wenn man zu Fuß unterwegs ist und sozusagen "mit der Nase über den Boden schleift". 

Auch wenn ein Reiter oder Wanderer nicht unbedingt mit dem Blick eines Biologen in der Natur unterwegs sein muß, so kann er doch sein Wissen und seine Fähigkeiten verbessern, indem er sich den pflanzlichen Begleitern seines Weges mit Interesse zuwendet. Das Erkennen und Klassifizieren der unterschiedlichen Formen trainiert die Beobachtung und das Erfassen von Mustern. Pflanzen können können uns darüber hinaus zu vielen Zwecken dienen, zum Beispiel als Nahrung oder als Heilmittel.

Wir bieten vier Pflanzenexkursionen zu Fuß im Frühjahr, Sommer und Herbst an. Wir treffen uns jeweils um 10 Uhr für eine ca. dreistündige Wanderung in näherer oder weiterer Umgebung.So kann man anschließend noch einen Ausritt machen oder bei "Futtersuchexkursionen", die Sammelobjekte zu gemeinsamer Mahlzeit verarbeiten.

April  Wildkräuter für den Frühlingssalat
Juni Wildpflanzen, z.B. Orchideen
Samstag 31. Juli Heimische Heilpflanzen
Samstag 2. Oktober Pilze für die Pfanne

Teilnehmer: 4 bis 12 Personen

Kosten: 20 Euro 

Selbstverständlich können auch Ausritte immer unter das Motto gestellt werden: "Was wächst zu den Hufen unserer Pferde?" Das kostet dann gar nichts, ebenso wie die Frage an den Scout: "Was blüht den da?"

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