Trommelbau beim Eifel Ardennen Scout

Was haben Trommeln mit Pferden zu tun? Für den üblichen westeuropäischen Hallenreiter sicher wenig, aber für uns, die wir tagelang zu fernen Zielen durch Wälder und Wiesen reiten, vom Pferd aus Bogen schießen, auf der Weide in der Pferdeherde mit Zelten übernachten, abends am offenen Feuer in der Jurte sitzen, vielleicht doch. 

Fangen wir anders an: ich war immer schon auf der Suche nach einer Handtrommel zum Gebrauch am abendlichen Lagerfeuer. Das sollte eine Rahmentrommel sein,  aber unsere auch im Sommer feuchten Abende verlangen nach einer stabilen und gut justierbaren Spannvorrichtung für so ein Instrument, da das Trommelfell Feuchtigkeit aufsaugt und recht bald nur noch einen jämmerlichen Ton von sich gibt. Da hilft auch Anwärmen -sprich Grillen - über'm Feuer kaum oder zu mindestens nicht nachhaltig. Mir war sehr bald klar, daß der am Feuer trommelnde Schamane in einen steppenartigen Lebensraum gehört, und nicht in die atlantischen Gebirgswälder der Eifel.

Lediglich die afrikanischen Djembes mit ihrer schmucken Seilnetz-Spannung halten sich in der abendlichen Kühle der Eifel gut, passen aber irgendwie nicht in das Bild. Nun haben die Leute, die in den Regenwäldern der afrikanischen Westküste diese Trommeln bauen, auch mit dem Problem der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Sie haben diese Antwort darauf gefunden: genial, einfach, robust und wunderschön.

Nachdem ich meiner Djembe ein neues Fell spendieren und mich dazu mit deren Seil-Netz-Kunst auseinandersetzen mußte (und durfte!), hatte ich die Idee, eine  Rahmentrommel, ähnlich der irischen Bodhran, mit dieser afrikanischen Spannvorrichtung zu versehen. Quasi ein technologisches irisch/afrikanisches Kreuzungsexperiment. Nun, das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen.

Ein paar Daten:

Die Rahmenhöhe der Trommel auf dem Bild ist wesentlich größer - nahezu doppelt so groß wie bei einer irischen Bodhran. Dadurch wird das Instrument etwas schwer, ist aber an dem eingebauten Griffkreuz noch gut zu halten und zu hantieren. Für etwas zartere Hände habe ich die Rahmenhöhe halbiert. Beide Trommel klingen ähnlich. Ich vermute, daß der ungewöhnlich lang nachklingende und obertonreiche Klang auf die mitschwingenden senkrecht zum Trommelfell stehenden Hölzer zurückzuführen ist. Bislang habe ich von dem djembetypischen Netz nur einen Umgang verwendet. Bei den hohen Trommeln können aber noch weitere dieser Spannseile eingebracht werden.

Noch ein paar Details von der Spannung:

  

Uns verblüfft immer wieder, wie stabil der Klang der Trommel auch nach längerem Aufenthalt in der feuchten Abendluft ist. Der Ton wird dunkler, büßt aber nicht von seiner Fülle und Nachschwingzeit ein. Das große Trommelfell birgt viele Bereiche mit unterschiedlichen Tonhöhen. Der Reichtum an Obertönen ist erstaunlich. Die irischen Bodhran-Techniken mit Dämpfung und Stimmung der Trommel durch die auf das Fell gedrückte Hand sind möglich, ebenso die hohen Randschläge der Djembe.

Hier sind einige mp3-Dateien zum Herunterladen, die einen Eindruck von der Klangfülle der Trommeln geben. - Natürlich nicht auf Computerlautsprechern, dazu müßt Ihr die Dateien schon  über Eure Stereoanlage abspielen. Dieter www.dieterjost.eu aus unserem Ort hat sie für mich auf seiner professionellen Anlage aufgenommen - Danke hierfür! Habt bitte Nachsicht, daß ich nicht der große Trommler vor dem Herrn bin. Es sollen nur Klangbeispiele sein.

Wir experimentieren noch mit den Fellen. Es ist gar nicht so einfach in Deutschland, trommelgerecht abgezogene Tierhäute zu bekommen. Doch ich denke, daß wir in diesem Frühjahr genügend Trommelfelle vorbereitet haben, um ein Trommelbauseminar durchführen zu können.

Termin: nach Absprache, Beginn Freitag abends. Jeder Teilnehmer kann am Sonntag seine fertige Trommel mit nach Hause nehmen.

Teilnehmer. 4 bis 10 Personen

Preis: 220 Euro (inkl. der Materialien, zuzüglich Übernachtung, Essen als Umlage)

Die Trommeln können bei uns zu diesem Preis auch käuflich erworben werden.